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ddt.2.d  Die von Schülern und Studierenden im Rahmen eines Praktikums geleistete Arbeit

ddt.2.d.1.  

Gelten die Bestimmungen zur Beschäftigung von Schülern und Studierenden während der Schulferien auch für Praktikanten?

Nein, denn eine Arbeit, die im Wesentlichen bildender Art ist und im Rahmen eines Ausbildungspraktikums oder einer Probezeit geleistet wird und entweder von einer luxemburgischen oder ausländischen Bildungseinrichtung organisiert und kontrolliert oder von einem Arbeitgeber auf der Grundlage eines zwischen Arbeitgeber und Schüler bzw. Studierendem geschlossenen Praktikumsvertrags organisiert wird, wird nicht als Beschäftigung von Schülern oder Studierenden während der Schulferien betrachtet.

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ddt.2.d.2.  

Welche Bedingungen gelten für ein von einer Bildungseinrichtung organisiertes Praktikum?

Um als Arbeit angesehen zu werden, die im Wesentlichen bildender Art ist, müssen die Ausbildungs- oder Probepraktika, die von einem luxemburgischen oder ausländischen Bildungseinrichtung vorgesehen werden:

  • Bestandteil der Ausbildung gemäß den Lehrplänen der luxemburgischen oder ausländischen Bildungseinrichtung sein;
  • von einer luxemburgischen oder ausländischen Bildungseinrichtung organisiert werden;
  • von derselben Bildungseinrichtung kontrolliert werden.

ddt.2.d.3.  

Welche Bedingungen muss ein vom Arbeitgeber organisiertes Praktikum erfüllen?

Um als Arbeit angesehen zu werden, die im Wesentlichen Ausbildungscharakter hat, gelten für die Ausbildungs- oder Probepraktika, die von einem Arbeitgeber auf der Grundlage eines zwischen ihm und dem Schüler bzw. Studierenden geschlossenen Praktikumsvertrag organisiert werden, folgende Bedingungen:

  • sie müssen einen informativen oder orientierenden Charakter haben;
  • sie dürfen dem Studierenden oder dem Schüler keine Aufgaben zuweisen, die eine mit einer normalen Arbeit vergleichbare Leistung erfordern.

ddt.2.d.4.  

Muss der Praktikant Schüler oder Studierender sein, um ein vom Arbeitgeber organisiertes Praktikum zu absolvieren?

Ja.

Artikel 1 (2) der großherzoglichen Verordnung vom 10. August 1982 zur Festlegung der Bedingungen und Modalitäten für Ausbildungs- und Probepraktika legt fest, dass die Ausbildungs- oder Probepraktika vom Arbeitgeber auf der Grundlage eines Praktikumsvertrags zwischen Arbeitgeber und Schüler bzw. Studierendem organisiert werden können.

Demzufolge darf der Arbeitgeber solche Praktikumsverträge nur mit Schülern oder Studierenden schließen.

Artikel L. 151-2 des Arbeitsgesetzbuchs definiert den Schüler oder Studierenden als eine Person, die zwischen 15 und 27 Jahre alt ist, an einer luxemburgischen oder ausländischen Schule oder Hochschule eingeschrieben ist und regelmäßig Kurse einer Vollzeitausbildung belegt.

Artikel L. 151-1 des Arbeitsgesetzbuchs legt jedoch fest, dass die Vorschriften für die Beschäftigung von Schülern oder Studierenden während der Schulferien nicht im Rahmen eines Ausbildungs- oder Probepraktikums gelten, das von einer luxemburgischen oder ausländischen Bildungseinrichtung organisiert und kontrolliert oder von einem Arbeitgeber organisiert wird.

Hieraus ergibt sich, dass die Altersbedingung, die bei Schülern oder Studierenden vorausgesetzt wird, die über einen Vertrag für Schüler/Studierende während der Schulferien/vorlesungsfreien Zeit beschäftigt sind, nicht für Schüler oder Studierende gilt, die im Rahmen eines Praktikums beschäftigt werden.

Dies würde auch bedeuten, dass die Bedingung, nach der regelmäßig Kurse einer Vollzeitausbildung belegt werden müssen, ebensowenig gilt.

Allerdings führen sowohl Artikel L. 151-1 Absatz 2 des Arbeitsgesetzbuchs als auch die Großherzogliche Verordnung vom 10. August 1982 zur Festlegung der Bedingungen und Modalitäten für Ausbildungs- und Probepraktika aus, dass es sich um Schüler oder Studierende handelt, die veranlasst werden könnten, ein vom Arbeitgeber organisiertes Praktikum zu absolvieren.

Unter Schülern oder Studierenden versteht man offensichtlich Personen, die an einer Bildungseinrichtung eingeschrieben sind oder regelmäßig Kurse einer Ausbildung belegen, unabhängig davon, ob es sich um eine Vollzeit- oder Teilzeitausbildung handelt.

Demnach können nur Schüler oder Studierende, unabhängig von ihrem Alter, die an einer Bildungseinrichtung eingeschrieben sind oder Kurse einer Ausbildung belegen, die eine Vollzeit- oder Teilzeitausbildung sein kann, im Rahmen eines vom Arbeitgeber organisierten Praktikums beschäftigt werden.

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ddt.2.d.5.  

Kann der Praktikumsvertrag einem Arbeitsvertrag gleichgestellt werden?

Auch wenn das Praktikum in einem Unternehmen eine Art Arbeitsbeschäftigung darstellt, wird kein Arbeitsvertrag geschlossen.

Der Arbeitgeber ist dem Praktikanten gegenüber in keiner Weise weisungsbefugt. Der Praktikant befindet sich lediglich unter der pädagogischen Autorität des Arbeitgebers.

Sollte sich jedoch herausstellen, dass der Inhalt des Praktikums verfremdet wurde, könnte der Praktikant die Umqualifzierung seines Praktikums in einen Arbeitsvertrag verlangen.

Derjenige, der das Bestehen eines Arbeitsvertrags geltend macht, muss den Nachweis hierüber erbringen und belegen, dass er richtige Arbeit leistet und eine Weisungsgebundenheit vorliegt, die anhand einer Reihe von Indizien und Vermutungen nachgewiesen werden kann.

Die Begründung für die Umqualifzierung ist zumeist, dass keine Ausbildung stattfindet und die Tatsache, dass der Praktikant wie ein normaler Arbeitnehmer behandelt wurde.

Eine Umqualifzierung kann besonders leicht erwirkt werden, wenn der Praktikant die Stelle eines fehlenden oder entlassenen Arbeitnehmers besetzt oder wenn kein Tutor benannt wurde.

Die rechtliche Beziehung zwischen dem Praktikanten und der Ausbildungseinrichtung stellt einen Dienstleistungsvertrag dar, in dem sich der Praktikant für eine Ausbildung anmeldet und die Ausbildungseinrichtung eine Leistung erbringt.

Die Rechtsprechung hat festgestellt, dass ein Ausbildungspraktikum vor der Einstellung, das die Ausübung des angestrebten Berufs ermöglichen soll, nicht mit einer Probezeit oder einer tatsächlichen Arbeit zu verwechseln ist.

Das berufliche Praktikum, das kein verstecktes Mittel sein soll, den Beteiligten zur Arbeit heranzuziehen, stellt keine produktive Arbeitsleistung mit Weisungsgebundenheit dar, und es steht dem Arbeitgeber frei, den Arbeitnehmer einzustellen.

ddt.2.d.6.  

Gibt es einen Mustervertrag für Praktikanten?

Nein.

Das Arbeitsgesetzbuch sieht weder einen Mustervertrag für Praktikanten noch Angaben vor, die in einem Praktikumsvertrag unbedingt enthalten sein müssen.

ddt.2.d.7.  

Haben Praktikanten Anspruch auf sozialen Mindestlohn?

Anspruch auf sozialen Mindestlohn hat jeder Arbeitnehmer, dessen Arbeitsverhältnis auf einem Arbeitsvertrag gründet.

Da es sich beim Praktikumsvertrag nicht um einen Arbeitsvertrag handelt und da keine andere Bestimmung des Arbeitsvertrags einen sozialen Mindestlohn für Praktikanten vorsieht, haben diese keinen Anspruch auf sozialen Mindestlohn.

Eine Vergütung der Praktikanten ist nicht verbindlich vorgeschrieben, sondern wird ganz dem Ermessen des Arbeitgebers überlassen. Für Praktikanten ist kein gesetzlicher Mindestlohn vorgeschrieben.

ddt.2.d.8.  

Welche weiteren Bestimmungen des Arbeitsgesetzbuchs gelten für Praktikanten?

Für Praktikanten gelten auch die Bestimmungen betreffend Arbeitsdauer, sexuelle Belästigung, Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, Gesundheitsleistungen am Arbeitsplatz (ärztliche Untersuchung beim Arbeitsarzt) sowie betreffend die Beschäftigung von jungen Arbeitnehmern.

ddt.2.d.9.  

Gibt es eine Begrenzung hinsichtlich der Höchstdauer eines Praktikums?

Nein. Weder das Arbeitsgesetzbuch noch die Großherzogliche Verordnung vom 10. August 1982 zur Festlegung der Bedingungen und Modalitäten für Ausbildungs- und Probepraktika sehen eine Höchstdauer für ein Praktikum vor. Ein zu lange dauerndes Praktikum birgt jedoch das Risiko einer Umqualifzierung des Praktikums in einen Arbeitsvertrag.

Es ist wichtig zu unterstreichen, dass das wesentliche Ziel des Praktikums darin besteht, dem Praktikanten eine Orientierung zu geben. Während der gesamten Praktikumsdauer darf der Arbeitgeber dem Praktikanten keine Aufgaben zuweisen, die Leistungen erfordern, die mit einer normalen Arbeit vergleichbar sind.

ddt.2.d.10.  

Welche Angaben muss ein Praktikumsvertrag enthalten?

Weder das Arbeitsgesetzbuch noch die Großherzogliche Verordnung vom 10. August 1982 zur Festlegung der Bedingungen und Modalitäten für Ausbildungs- und Probepraktika sehen verbindliche Angaben in einem Praktikumsvertrag vor.

Darüber hinaus gibt es kein Muster für einen Praktikumsvertrag.

Letzte Aktualisierung : 31. Dezember 2013 13:53:43 MEZ