ddt.8.f  Der Urlaub aus familiären Gründen

ddt.8.f.1.  

Welchen Zweck hat der Urlaub aus familiären Gründen?

 

Definitionen

Dank des Urlaubs aus familiären Gründen können Eltern eines Kindes unter 15 Jahren oder eines behinderten Kindes bei einer schweren Erkrankung an dessen Seite bleiben.

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ddt.8.f.2.  

Wer hat Anspruch auf einen Urlaub aus familiären Gründen?

Anspruch auf Urlaub aus familiären Gründen hat jeder Arbeitnehmer, der ein Kind bis zum vollendeten 15. Lebensjahr zu versorgen hat, bei dem im Falle einer schweren Krankheit, eines Unfalls oder anderer gesundheitlicher Schwierigkeiten die Anwesenheit eines Elternteils notwendig ist.

Die Altersbegrenzung mit dem vollendeten 15. Lebensjahr findet keine Anwendung auf Kinder, die eine Sonderzulage für behinderte Kinder erhalten.

Personen mit Ausbildungsvertrag können ebenfalls Urlaub aus familiären Gründen beantragen.

Ein Arbeitnehmer mit befristetem Arbeitsvertrag (BAV) kann bei schwerer Erkrankung seines Kindes Urlaub aus familiären Gründen nehmen. Allerdings endet der Arbeitsvertrag zum festgelegten Termin, selbst wenn die Krankheit des Kindes darüber hinaus andauert.

Der Arbeitnehmer hat in der Probezeit ebenso Anspruch auf Urlaub aus familiären Gründen. Wie im Falle der Erkrankung des Arbeitnehmers verlängert sich bei Erkrankung des Kindes während der Probezeit diese um die Dauer des Urlaubs, d. h. höchstens um 2 oder 4 Tage, außer bei einer Verlängerung im Falle einer besonders schweren Erkrankung (mit einer Verlängerung von höchstens einem Monat).

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ddt.8.f.3.  

Wie lange dauert der Urlaub aus familiären Gründen?

Der Urlaub aus familiären Gründen ist auf 2 Tage pro Jahr und pro Kind beschränkt.

Die Dauer des Urlaubs aus familiären Gründen beträgt 4 Tage pro Jahr für Kinder, für die eine Sonderzulage für behinderte Kinder gezahlt wird.

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ddt.8.f.4.  

Sind die Tage des Urlaubs aus familiären Gründen teilbar?

Ja, der Urlaub aus familiären Gründen kann aufgeteilt werden.

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ddt.8.f.5.  

Kann der Urlaub aus familiären Gründen verlängert werden?

Ja, die Dauer des Urlaubs aus familiären Gründen kann nach Stellungnahme des kontrollärztlichen Dienstes der Sozialversicherung (CMSS) verlängert werden, falls es sich um schwerkranke oder schwerbehinderte Kinder handelt; wobei diese Begriffe durch eine großherzogliche Verordnung zu definieren sind.

Die Höchstdauer der Verlängerung ist auf eine Gesamtzeit von 52 Wochen beschränkt, dies für eine Bezugsperiode von 104 Wochen, die am Vorabend des ersten durch Bescheinigung abgedeckten Tag endet.

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ddt.8.f.6.  

Welche Formalitäten sind in Bezug auf den Arbeitgeber zu beachten?

Ein Arbeitnehmer, der Urlaub aus familiären Gründen beanspruchen will, muss:

  • am ersten Tag seiner Abwesenheit persönlich oder durch eine Mittelsperson seinen Arbeitgeber oder dessen Vertreter mündlich oder schriftlich davon in Kenntnis setzen;

und

  • so schnell wie möglich, am besten an dem auf die Meldung folgenden Tag seinem Arbeitgeber ein ärztliches Attest vorlegen. Dieses Attest muss die Versicherungsnummern des kranken Kindes und des Elternteils, die Identität des Kindes, die schwere Krankheit, unter der es leidet, sowie die voraussichtliche Dauer der Krankheit enthalten.  Außerdem muss daraus hervorgehen, dass die Anwesenheit des Elternteils an der Seite des Kindes unabdingbar ist.
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ddt.8.f.7.  

Wer übernimmt die Bezahlung während des Urlaubs aus familiären Gründen?

Die Dauer des Urlaubs aus familiären Gründen entspricht einem Zeitraum von Krankheit oder unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit. Während dieser Zeit bleiben die gesetzlichen Bestimmungen im Bereich von Sozialversicherung und Kündigungsschutz weiterhin anwendbar.

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ddt.8.f.8.  

Kann ein Arbeitnehmer während des Urlaubs aus familiären Gründen entlassen werden?

Der Arbeitgeber, der am Tag der Abwesenheit des Arbeitnehmers mit Anspruch auf einen Urlaub aus familiären Gründen benachrichtigt wird, ist nicht berechtigt, dem Arbeitnehmer unter Einhaltung der Kündigungsfrist zu kündigen bzw. ihn zum Kündigungsgespräch vorzuladen.

Dieser Schutz gilt nicht während der gesamten Krankheitsdauer des Kindes. Dieser Schutz gilt ausschließlich während der Fehlzeiten des Anspruchsberechtigten, wie sie im ärztlichen Attest festgelegt sind, d. h. höchstens 2 oder 4 Tage (außer bei einer vom kontrollärztlichen Dienst der Sozialversicherung genehmigten Verlängerung).

Jede Kündigung unter Einhaltung der Kündigungsfrist trotz bestehendem Kündigungsschutz gilt als missbräuchlich und begründet einen Schadensersatzanspruch. Allerdings findet der Kündigungsschutz keine Anwendung in den folgenden Fällen:

  • der Anspruchsberechtigte hat seinem Arbeitgeber sein Fernbleiben nicht am ersten Tag gemeldet;
  • dem Arbeitgeber wurde kein ärztliches Attest vorgelegt;
  • die Krankmeldung am ersten Tag oder die Vorlage des ärztlichen Attests erfolgt, nachdem der Anspruchsberechtigte die Kündigung oder die Vorladung zum Kündigungsgespräch erhalten hat;
  • der Anspruchsberechtigte hat eine schwere Verfehlung zu verantworten.
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Letzte Aktualisierung : 7. Januar 2014 14:02:19 MEZ